• Startseite
  • FAQ
  • News
  • Organisation
  • Projekt ARA Thurau
    • Projekt
    • Argumente
    • Hintergründe
  • Wissen
    • So funktioniert eine ARA
    • Was sind Mikroverunreinigungen?
    • Mikroverunreinigungen beseitigen
  • Downloads
ara-thurau_projekt_02-2560ara-thurau_projekt_02-2560
ara-thurau_projekt_03-2560ara-thurau_projekt_03-2560
ara-thurau_projekt_01-2560ara-thurau_projekt_01-2560

Projekt
So wird die gemeinsame ARA geplant

Vom Vorprojekt über den politischen Prozess bis zum Bauprojekt

Im Herbst 2018 haben die Gemeinden Jonschwil, Uzwil und Zuzwil sowie die Stadt Wil die Karten auf den Tisch gelegt: Am Standort der heutigen ARA Niederuzwil soll eine gemeinsame, regionale ARA mit einer zusätzlichen Stufe zur Beseitigung von Mikroverunreinigungen geplant werden. In einem ersten Schritt wurden die Planerleistungen für die ARA und die Zulaufsysteme ausgeschrieben. Zwischen Sommer 2019 und Ende 2021 haben die ausgewählten Firmen ein Vorprojekt ausgearbeitet. Es stellte die Grundlage für eine erste Kostenschätzung des Gesamtprojekts dar und war ein zentrales Element für den politischen Prozess. Die Stimmbevölkerung aller beteiligten Gemeinden hat 2022 deutlich «Ja» zur gemeinsamen ARA gesagt. Dies machte den Weg frei für die Gründung des Zweckverbands ARA Thurau. Bis Ende 2025 wurde das Bauprojekt erarbeitet. Im April 2026 soll die Baueingabe erfolgen. Der Baustart für die ARA ist Ende 2026 vorgesehen, gefolgt von einer mehrjährigen, intensiven Bauphase. Im Jahr 2030 wird die neue Anlage das Abwasser der heutigen ARA Uzwil reinigen, im Jahr 2033 ist die Vollinbetriebnahme geplant. Dann können die bestehenden ARA auch in Wil, Jonschwil und Zuzwil aufgehoben werden. Dort finden im Anschluss Umbauarbeiten statt, denn ein grosser Teil der vorhandenen Beckeninfrastruktur wird weitergenutzt werden. Diese Umnutzungen sind Teil des ausgeklügelten Gesamtkonzepts der ARA Thurau.

Meilensteine der ARA Thurau

ARA_Planungphasen_02-26

Dreigliedrige Anlage

Die biologische Reinigungsstufe mit sechs Becken prägt das Erscheinungsbild der Gesamtanlage gegen die vorbeiführende Autobahn A1. Eine dahinter liegende, zweite Gebäudezeile umfasst die mechanischen Reinigungsstufen, die Betriebs- und Maschinenräume sowie die Stufe zur Beseitigung der Mikroverunreinigungen. Die Schlammbehandlung mit den Faultürmen ist – als drittes Element – an eine leichte Geländestufe angelehnt.

ARA Thurau BP

Bauprojekt der ARA Thurau mit Bezeichnung der verschiedenen Anlageteile

Kompakt, erweiterbar, eingehaust

Das Architekturkonzept der ARA Thurau überzeugt insbesondere durch die kompakte Nutzung des Areals und die damit verbundene Erweiterbarkeit. Ein besonderes Plus: Sämtliche Anlagenteile, welche Geruchsimmissionen verursachen können, sind eingehaust, verfügen über Abluftfilter und liegen teilweise unterirdisch. Damit wird das Versprechen, dass die neue Anlage in Niederuzwil geringere Geruchsimmissionen verursachen wird als die heutige, deutlich kleinere Anlage, eingelöst.

Neun Kilometer neue Transportleitungen

Um die Frage zu klären, wie die Abwässer aus Wil, Jonschwil und Zuzwil nach Niederuzwil geleitet werden sollen, haben Fachexperten sowie Vertreter der Gemeinden und des Kantons St. Gallen verschiedene Varianten nach ökologischen, geografischen und wirtschaftlichen Kriterien bewertet und eine «Bestvariante» festgelegt. Sie sieht vor, die Abwässer von der ARA Wil über die Thur zur ARA Jonschwil zu führen, auf die Höhe von Niederstetten zu pumpen und anschliessend in einer sogenannten Freispiegelleitung unter Ausnutzung des natürlichen Gefälles bis nach Niederuzwil fliessen zu lassen.

ARA_Zuleitungsroute_06_02

Überblick über die geplante Zuleitungsroute.

ARA_Zuleitungsroute_02

Abschnitt 1: ARA Wil bis ARA Jonschwil

Die neue Transportleitung verläuft von der ARA Wil entlang der Flawilerstrasse über die Thur zur ARA Jonschwil. Aus wirtschaftlichen und ästhetischen Gründen wird sie zur Querung der Thur an die Stahlkonstruktion der Kantonsbrücke angehängt. Der Leitungsbau wird mit der Sanierung der Flawilerstrasse koordiniert.

ARA_Zuleitungsroute_03

Abschnitt 2: ARA Jonschwil bis Henau

Vom Gelände der ARA Jonschwil wird das Abwasser nach Niederstetten hochgepumpt. Ab hier verläuft die Leitung entlang der Salen- und Stettenstrasse als Freispiegelleitung bis nach Henau. Im Bereich Niederstetten wird der Leitungsbau mit der Neugestaltung koordiniert.

ARA_Zuleitungsroute_04

Abschnitt 3: Durchquerung von Henau

In Henau folgt das Trassee der Stettenstrasse und der Wirmetenstrasse. Auf Höhe der Gillstrasse mündet die Pumpendruckleitung von Zuzwil in die Transportleitung. Die Leitung wird im öffentlichen Strassenbereich verlegt. So bleibt die Leitung für Unterhaltsarbeiten leicht zugänglich.

ARA_Zuleitungsroute_05

Abschnitt 4: ARA Zuzwil bis Henau

Ab der ARA Zuzwil wird das Abwasser über eine neue Fussgängerbrücke via Gillhof und entlang der Gillstrasse nach Henau geleitet. Dazu ist ein Pumpwerk in der ARA Zuzwil nötig.

ARA_Zuleitungsroute_01

Abschnitt 5: Henau bis ARA Thurau

Im letzten Abschnitt verlässt die Verbindungsleitung Henau durch das Gebiet der Sportanlage Rüti und führt danach in die neue ARA Thurau.

Route mit zahlreichen Pluspunkten

Die vorgeschlagene Zuleitungsvariante umgeht sämtliche Gewässerschutzzonen mit deutlichem Abstand und trägt damit dem Schutz des Grundwassers grösstmögliche Rechnung. Sie orientiert sich wo immer möglich an bestehenden Strassen- und Brückeninfrastrukturen. Damit minimiert sie den Verbrauch von Kulturland und die Beeinträchtigung von Privatgrundstücken. Mit dieser Variante wird zudem bewusst auf kostenintensive, mit Risiken behaftete Bauverfahren verzichtet: Die Leitungen können zum grossen Teil im offenen Grabenverfahren verlegt werden. Aufgrund der Bündelung der Route mit Strasseninfrastrukturen ist in der Bauphase mit temporären Einschränkungen für Anwohnende und Verkehr zu rechnen.

transportleitung-692

Die Transportleitung nach Niederuzwil kann zum grossen Teil im offenen Grabenverfahren gebaut werden. Quelle: TBF + Partner AG

pumpwerk-692

Beispiel eines Pumpwerks, wie es bei den ARA Jonschwil und Zuzwil geplant ist. Quelle: TBF + Partner AG

Biologische Reinigung: Innovativ, bewährt, effizient

Herzstück jeder ARA ist die biologische Reinigungsstufe. Hier werden die organischen Stoffe mittels Mikroorganismen abgebaut. Dazu steht heute eine Vielzahl von Verfahren zur Verfügung. Ein detaillierter Vergleich von Erweiterbarkeit, Platzbedarf, Betriebsaufwand und Reinigungsleistung hat gezeigt, dass sich für die ARA Thurau das innovative und zugleich etablierte Sequencing Batch Reactor (SBR)-Verfahren am besten eignet. Es überzeugt insbesondere durch vergleichsweise tiefe Betriebskosten und einen niedrigen Platz- und Energieverbrauch. Beim SBR-Verfahren finden alle biologischen Reinigungsprozesse in einem sogenannten Bioreaktor statt. Die einzelnen Reinigungsschritte werden nicht wie bei anderen Verfahren räumlich in verschiedenen Becken getrennt, sondern laufen – wie bei einer Waschmaschine – im selben Becken, dafür zeitlich gestaffelt ab.

projekt_bioreaktoren_winznau-1667

Blick auf die Bioreaktoren der ARA Winznau (SO). Im SBR-Verfahren laufen alle Schritte der biologischen Reinigung zeitlich gestaffelt im selben Becken ab. Quelle: TBF + Partner AG.

ara_kelleramt_unterlunkhofen_web-922

Eingehauste Rechenanlage (blaues Gebäude) der ARA Kelleramt (AG)

ara_worblental_feinrechen_rechengebaeude_web-922

Blick ins Innere des eingehausten Rechengebäudes der ARA Worbental (BE).

Maximale Verbesserung der Wasserqualität

Wie bei der biologischen Reinigung haben verschiedene Fachexperten auch bei der Stufe zur Beseitigung von Mikroverunreinigungen die verschiedenen zur Verfügung stehenden technischen Verfahren bzw. Kombinationen davon geprüft und bewertet. Dabei hat sich gezeigt, dass sich für die ARA Thurau das Verfahren einer Ozonung mit einer nachgeschalteten Filtration mittels granulierter Aktivkohle (GAK) am besten eignet. Dieses Verfahren besticht insbesondere durch seine hervorragende Reinigungsleistung. Es trägt damit dem Kernziel der ARA Thurau – der maximalen Entlastung der Thur und der umliegenden Grundwasserfassungen von Mikroverunreinigungen – am besten Rechnung.

Mit welchen Abwassermengen wird gerechnet?

Gemäss aktueller Planung wird die ARA Thurau ab ca. 2030 ihren Betrieb aufnehmen. Gewisse Teile einer ARA müssen nach rund 25 Jahren saniert werden. Um allfällige Erweiterungen frühestens zum Zeitpunkt einer ersten Sanierung vorzunehmen, wurde als Referenz für die Dimensionierung der ARA Thurau das Jahr 2050 festgelegt. Wie viele Einwohnerinnen und Einwohner werden zu diesem Zeitpunkt angeschlossen sein? Wie hoch wird der Abwasseranteil von Industrie und Gewerbe sein? Um dies zu berechnen, haben die Planer aktuelle Daten der ARA mit den Wachstumsprognosen der Gemeinden für Wohn-, Kern- und Mischzonen verknüpft und einen Sicherheitspuffer von 10% dazugerechnet. Resultat: Die ARA Thurau wurde auf 130'000 Einwohnerwerte dimensioniert. Das sind rund 20'000 Einwohnerwerte mehr als dem Vorprojekt zu Grunde gelegt wurden - eine Folge des überdurchschnittlichen Wachstums im Einzugsgebiet der ARA Thurau der letzten Jahre.

Der Zusammenschluss ist und bleibt wirtschaftlich attraktiv

Um abzuklären, ob sich der Zusammenschluss der ARA auch wirtschaftlich lohnt, haben die beteiligten Gemeinden mittels Studien die Kosten von Alleingängen errechnen lassen. Diese Kosten wurden im Zuge der Erarbeitung des Bauprojekts ebenfalls aktualisiert und den Kosten der ARA Thurau gegenübergestellt. Resultat: Die Investitionskosten für die regionale Gesamtlösung sind nach wie vor fast gleich hoch, wie die separate Erneuerung der vier ARA der Region. Der Betriebskostenvorteil steigt aber aufgrund der zusätzlichen Anforderungen aber eher noch an. Die kumulierten Jahreskosten für Betrieb, Erneuerungen, Abschreibungen und Kapitalkosten sind über den Beobachtungszeitraum von 20 Jahren beim Zusammenschluss insgesamt rund 25 Mio. Franken tiefer als bei vier Kläranlagen in der Region.

Zweckverband löst Planungsgemeinschaft ab

Für die Planung der ARA hatten sich die Gemeinden Jonschwil, Uzwil und Zuzwil, die Stadt Wil sowie der Abwasserverband Niederuzwil zur «Planungsgemeinschaft ARA Region Wil-Uzwil» zusammengeschlossen. Die Planungsgemeinschaft wurde vom neuen und formell gegründeten Abwasserverband Thurau abgelöst. Der Verband wurde in zwei Stufen aufgebaut. In einer ersten Stufe gründeten die Kerngemeinden Jonschwil, Oberuzwil, Uzwil, Wil, Zuzwil einen St. Gallischen Zweckverband. Dieser erste Schritt ist am 19. Juni 2023 erfolgt. Später sind alle Gemeinden, die ihre Abwässer heute in die ARA dieser Kerngemeinden einspeisen (Kirchberg, Niederhelfenschwil, Rickenbach, Sirnach, Wilen, Wuppenau) dem Abwasserverband Thurau beigetreten. Dieser Prozess wurde bis zum 20. Februar 2025 formell abgeschlossen.

Organisation
Projekt ARA Thurau
Wissen
Downloads
FAQ
News
Impressum